Thomas Dobler's New Baroque

Man nehme drei ausserordentliche Musiker, die in der Klassik genauso komfortabel zuhause sind wie im Jazz. Und ein neues, innovatives Konzept des Bandleaders.

Adam Taubitz - Daniel Pezzotti - Thomas Dobler

Was mit diesen Zutaten unter dem Titel «New Baroque» herauskommt, ist aber nicht der erwartete Crossover. Sondern effektiv eine neuartige und stupende Verschmelzung der beiden Stile zu einem faszinierenden Klangbild, das sich streckenweise zwar sehr nahe an und getreu den barocken Originalpartituren bewegt.

Doch dann beginnen sich plötzlich subtile rhythmische Verschiebungen und harmonische Versetzungen einzuschleichen. Die Musik gewinnt Bodenfreiheit, wird dicht und spannend und entwickelt sich zu einer stimmenstarken, mitreissenden Auseinandersetzung mit den beiden Stilen.

Die drei virtuosen, sensiblen und routinierten Könner widmen sich mit viel Feu sacré einer ungewohnten Musik, die sich kaum kategorisieren lässt. Doch das spielt eigentlich keine Rolle, denn der ausserordentlichen Schönheit und Harmonie dieser Klänge kann man sich so oder so kaum entziehen.

«Thomas Dobler's «New Baroque» orientiert sich eng an den Originalpartituren. Die drei polivalenten Solisten spielen ganze Passagen eins zu eins nach, womit sie sich umgehend als überaus versierte Musiker und Virtuosen auswiesen. Besonders interessant wurde es jedoch, wenn kleine rhythmische Verschiebungen und harmonische Versetzungen plötzlich aufhorchen ließen, wenn das jeweilige Thema allmählich aus den Fugen geriet, eine drängende, entfesselte Intensität annahm. Dann war das möglicherweise Jazz, möglicherweise aber auch eine neue Kategorie, möglicherweise einfach «Dobler», bestimmt aber sehr gute Musik.» 

(Augsburger Allgemeine)


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